23 Aralık 2000

Können radikale Muslime Religionsgemeinschaft sein?

Stuttgarter Nachrichten, 23.12.2000 

Die Islamisten-Organisation Milli Görüs wirkt der Integration türkischer Mitbürger entgegen / Von Ahmet Arpad
 
Stuttgart/Köln - Von dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das im Fall der Zeugen Jehovas die Voraussetzungen für die Anerkennung als religiöse Gemeinschaft neu definierte, könnten auch islamische Gruppierungen in Deutschland profitieren. Würde auch die islamistische Milli Görüs als Religionsgemeinschaft anerkannt?
 
Vor der Europazentrale in Köln wehen die Milli-Görüs-Fahnen - ein grünes Quadrat auf weißem Grund zeigt Europa und den Kaukasus, von einem Halbmond umfasst. Denkt die Islamische Gemeinschaft Nationale Sicht (Milli Görüs) auch politisch in Richtung Pantürkismus und -islamismus?
 
Auch in Köln ist der Hauptsitz des Verbands Islamischer Kulturzentren (VIKZ). Man residiert in einem etwa 2000 Quadratmeter großen Komplex. Außer den Verwaltungs- und Schulungsräumen gibt es auch ein Internat mit 80 Schlafplätzen und eine große Moschee. Das geräumige Büro des Generalsekretärs Erol Pürlü darf man nur in Socken betreten wie in einer Moschee. Auf Stuttgart-Heslach angesprochen, sagt Pürlü: „So viel Probleme wie die Stuttgarter uns bereiten, haben wir in keiner anderen Stadt Deutschlands.“
 
In derEuropazentrale von Milli Görüs ist von der Verwaltung bis zum Immobilien-Marketing alles untergebracht, was eine „weltumspannende“ Organisation braucht. Im Buchladen werden neben religiösen auch neue politische Publikationen der antisemitischen Harun-Yahya-Bewegung angeboten. Die Zentrale soll bald umziehen. Nach Kerpen. Die Organisation expandiert. Ein neun Hektar großer Bauplatz soll für zehn Millionen gekauft sein.
 
Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) wurde 1972 auf Anweisung des türkischen Islamistenführers Necmettin Erbakan gegründet. Das türkische Parteiengesetz verbietet den politischen Parteien jedoch Auslandsorganisationen. Anfang der 70er Jahre veröffentlichte Erbakan ein Buch mit dem Titel „Milli Görüs“, in dem er seine Strategie zur Errichtung einer islamischen Republik in der Türkei erklärt. Erbakan bestimmt seit fast 30 Jahren die Politik der Milli Görüs in Deutschland. Die Organisation zählt zu den finanziellen Trägern seiner Partei in der Türkei. Mit 60 bis 70 Millionen Mark soll sie 1995 Erbakans Wahlkampf in der Türkei „unterstützt“ und ihm damit den Wahlsieg ermöglicht haben.
 
„Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs setzt sich für die Abschaffung der laizistischen Staatsordnung in der Türkei ein und strebt in Westeuropa gesellschaftliche Verhältnisse an, die u.a. die Durchsetzung des islamischen Strafrechts nach den Vorschriften der Scharia ermöglichen soll. Der Verein wirkt so der gesellschaftlichen Integration der hier lebenden türkischen Muslime entgegen“, antwortete die Bundesregierung am 9.Mai 2000 auf die Anfrage der PDS-Fraktion über den Einfluss fundamentalistischer Organisationen (Drucksache 14/3290).
 
Erbakans Neffe, Mehmet Sabri Erbakan, hat in der islamistischen Bewegung die Zügel seit Jahren sicher in der Hand. „Der Onkel aus der Türkei“ tritt oft bei Veranstaltungen in Deutschland als „Stargast“ auf. Im April 1998 war von ihm vor einem Milli-Görüs-Publikum zu hören: „Die Regierenden sind nicht die Führer, sondern die Zionisten. Sie haben die Macht in unserem Land... Wir sind der Ansicht, die Juden haben die Häuser von Türken in Deutschland angesteckt, um Deutschland zu schaden.“
 
Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass kürzlich in Berlin bei einer von der radikal-islamischen, antijüdischen Hamas-Bewegung organisierten Demonstration junge Milli-Görüs-Funktionäre in vorderster Front marschierten. Auch der Auftritt der antisemitischen Harun-Yahya-Bewegung (alias Adnan Hodscha) in der Esslinger Milli Görüs Fatih Camisi darf da nicht mehr wundern.
 
„Wer sich der Jugend annimmt, der wird in Zukunft der Herr sein“, lautet ein Milli-Görüs-Spruch. Nach Erkenntnissen der Bundesregierung verfügt die Organisation über mehrere Erziehungs- und Bildungszentren. „Sie erzieht derzeit in der Bundesrepublik Deutschland in den in 350 Moscheen untergebrachten Kinder-Clubs mehr als 3000 Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren“, teilte die Bundesregierung auf die PDS-Anfrage am 9. Mai 2000 mit.
 
Ist Milli Görüs eine religiöse Organisation? „Hier geht es nicht um den Islam, sondern darum, Einfluss zu gewinnen und sich zu bereichern“, sagt ein Aussteiger. „Wer gegen die Führung der Organisation ist, wird als Feind des Islam denunziert.“ Die Rücklagen der drei Millionen Türken im Ausland schätzt man auf über 300 Milliarden Dollar - ob als Bankeinlagen oder im Sparstrumpf. An diesem „Goldschatz der Gastarbeiter“ sind viele interessiert. In erster Linie die rund 50 in Deutschland operierenden religiös orientierten Holdings. Diese Mischkonzerne bieten den Sparern an, für ihr Geld Anteile am Unternehmen zu erwerben, sich also an Gewinn und Verlust zu beteiligen.
 
Auch die Milli Görüs hatte jahrelang über ihre Holdinggesellschaft Anteile anderer Unternehmen vermittelt und verkauft. Das inzwischen in Konkurs gegangene Unternehmen wurde von einer anderen islamischen Holding aufgekauft, die nach der Übernahme die vierte Jahreshauptversammlung der Milli-Görüs-Bewegung in Amsterdam im Juni 1998 mit rund 1,3 Millionen Mark sponserte. Daraufhin stellte die Milli Görüs ihre Moscheen in Deutschland der Firma als „Geldsammelstelle“ für ihre Finanzdienstleistungen zur Verfügung. In den 90er Jahren entstand in der Türkei der neue islamische Wirtschaftssektor. Die Geschäftsleute des „Grünen Kapitals“ gründeten ihren eigenen Unternehmerverband Müsiad. Ihr Chef Erol Yasar musste allerdings nach einigen Jahren den Vorsitz abgeben, da gegen ihn Anklage erhoben wurde. „Wir müssen noch mehr arbeiten und noch reicher werden, um stärker als die Heiden zu werden“, erklärte er auf einer Konferenz in Istanbul. „Die Schätze Allahs müssen aus ihren Händen genommen werden...“ Die türkisch-muslimischen Unternehmer in Deutschland sind in Müsiad-Berlin, eine Außenstelle, organisiert. Milli Görüs will sie dominieren. Sie wird von dem früheren Milli-Görüs-Mitglied Ali Uzun geleitet.
 
Die Investitionen religiös orientierter Unternehmer erfolgen dort, wo der Ausländeranteil besonders hoch ist. „Vor allem auf das Getto hat Milli Görüs Einfluss“, meint der Kölner Journalist und Milli-Görüs-Kenner Ahmet Senyurt. „Wer diesen Einfluss hat, den umwerben die Politiker.“ Dass man aber damit nicht nur die Bildung von Gettos beschleunigt, sondern auch den Nährboden für islamistische Organisationen und Vereinigungen erzeugt, wird von deutschen Politikern leichtfertig übersehen.
 
In Köln-Nippes, unweit von der Milli-Görüs-Zentrale, oder in Mülheim kann man das hautnah erleben. An der Keuppstraße in Mülheim reiht sich ein türkisches Geschäft an das andere. „Hier ist alles fest in Milli-Görüs-Hand“, sagen die türkischen Bewohner des Kölner Vororts. Manch einer der hier gebliebenen 19 Prozent Deutschen verdiene sein Brot beim türkischen Arbeitgeber.Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg teilte am 14. November 2000 mit: „Auch wenn sich die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs nach außen gern verfassungstreu und staatstragend gibt, so wird gerade unter dem Deckmantel der Diskussion um Toleranz gegenüber dem Islam in Deutschland extremistisches, sogar antisemitisches Gedankengut verbreitet.“ Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfte Milli Görüs keine Chance haben, als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden.
 
Der Journalist Ahmet Arpad lebt seit vielen Jahren in Stuttgart und schreibt unter anderem für die Zeitung „Cumhuriyet“.

23 Temmuz 2000

Fethullahçılardan Almanlara ödül

Cumhuriyet, 23.07.2000

Süleyman Demirel alırsa, Bülent Ecevit alırsa, Profesör Yaşar Nuri Öztürk bile almaktan kaçınmazsa Baden-Württemberg eyaleti yabancılar sorumlusu Andreas Knapp, Stuttgart kenti yabancılar sorumlusu İsabel Lavadinho , Stuttgart Kepler Lisesi Müdürü Rupert Kern niçin almasın?

Verilen ne? 'Hoşgörü Ödülü' değil. 'Eğitim ve Diyalog Ödülü' ... Veren mi? Fethullah 'ın Almanya'daki sayısız dershanesinden biri. Üç yıl önce açtıkları 'Stuttgart şubesi' kent eğitim müdürünün desteğinde. Müdür bey, 'Türk çocuklarının eğitim sorunu' konulu konferanslara konuşmacı diye peşine Fethullah okulunun yöneticisini takıp gidiyor. Hıristiyan Demokrat Parti (CDU) ağırlıklı kent belediye meclisinin gelecek bütçe görüşmelerinde bu okula parasal desteği kabullenmesi bekleniyor. Ne de olsa, Türkten başka Alman ve diğer yabancı öğrencilerin de eğitimine katkıda bulunuyorlar! Türkiye'nin "yurtdışında olumlu tanıtımına olan çabalarını" da tabii göz ardı edemeyiz!

Ödül töreninde bir konuşma yapan, Stuttgart Yabancılar Sorumlu Bayan Belediye Başkanı Gabriele Müller T., Fethullahçı "Eğitim Merkezi" ne övgüler yağdırdı, yaşama geçirdikleri eğitim projelerinden memnun olduklarını söyledi. Ne de olsa okulun iki yöneticisi kent yabancılar meclisinde de üye! "Hep birlikte onları alkışlayalım" dedi. Mutlu 'müminler' gülümsüyordu.

Bundan birkaç hafta önce Milli Görüş'ün Köln futbol stadında yaptığı dev toplantıda konuşan, Hıristiyan Demokrat Parti Milletvekili Ursula Heinen , "Almanya'daki Türklerin bu en büyük kültür şenliğine katıldığım için çok mutluyum" derken yanında duran Necmettin Erbakan 'ın ağzı kulaklarına varıyordu. O da mutluydu! Milli Görüş propagandası için İskandinav ülkeleri turunda bulunan Şevki Yılmaz ise ne yazık ki şeref tribününde "hocası" nın yanındaki yerini alamamıştı.

Dini bütünlerimize destek verenler 'kervanı' na, Almanya Büyük Millet Meclisi Başkanı Wolfgang Thierse de (SPD) katıldı. Milli Görüş ile Nurcuların elindeki İslam Konseyi'nin 5 Temmuz'da Berlin'de düzenlediği 'İslam ve Batı' konulu konferansın açılış konuşmasında "İslamdan korkmayalım" dedi, övgüler yağdırdı. Alman hükümeti resmi açıklamalarında Milli Görüş için "Türkiye'de laik sistemi kaldırmaya ve şeriatı getirmeye çaba gösteren, ülkemizde de Türklerin topluma uyumunu istemeyen radikal bir kuruluş" derken Almanya'nın 'ikinci adamı' Thierse, Milli Görüş'ün yönlendirdiği toplantıya katılımı ile ona destek verdiğini açıkça gösterdi. Konuşmacılardan biri de, Öcalan 'ı Suriye'de ziyaret ettiği için Türkiye'ye girişi bir süre yasaklanan, "Milli Görüş radikal değil" diyen, Almanya Dışişleri Bakanlığı destekli Hamburg Şark Enstitüsü Başkanı Udo Steinbach idi...

Stuttgart Kepler Lisesi Müdürü Kern, mezun bazı Türk öğrencilerin Fethullahçı "Eğitim Merkezi" nde ders verdiğini söylüyor. Ödüle layık görülen müdür, geçen yıl öğrencilerinden topladığı üç bin marklık 'deprem yardımı' nı Yalova'ya bir okulun yeniden yapımına gönderdiğini de anlatıyor. Ancak bu okulun adını nedense bilmiyor. Bağış için aracılık eden Fethullahçı yöneticiler de okulun adını veremiyor. Yalova'dan da biri gelmiş 'ödül' almaya. Ona soruyorum. Adam birden kabarıyor: "Size ne?" diyor. "Söylemek zorunda değilim" diye başından savuyor. Kısacası okulun adını kimse 'bilmiyor' . Ne bağışı toplayan, ne aracılık eden ne de bağışı alan...

Tam, "Acaba adı kimde saklı?" diye düşünmeye başlarken şeytan dürtüyor: "Alman öğrencilerin cep harçlıklarından yaptığı bağış sakın Yalova'da bazı karanlık kanallara aktarılmış olmasın?" diyor. Gerçekten de Yalova'daki araştırma, şeytanı haklı çıkarıyor. Okulun adı, Özel Yüce Bilgili Lisesi. Yönetici Şener Bey: "Bize öyle bir bağış gelmedi" diyor. Müdür Şakir Öztürk 'e zor da olsa cepten ulaşıyoruz. "Niçin bu konuyla ilgileniyorsunuz? Yazacak başka şey yok mu?" diye öfkeleniyor ve telefonu suratımıza kapatıyor.

Fethullahçı olduğu bilinen, eski din dersi öğretmeni Şakir Bey, bu kentte şeriatın temellerini atan kişi olarak tanınıyor... Almanya'daki çocuklarımızın eğitimi gerçekten bir sorun. Bu önemli görevi en can-ı gönülden üstlenenler de Süleymancılar, Fethullahçılar ve Milli Görüş. Din-politika-ticaret ekseninde 'at oynatanların' sahip olduğu bine yakın okul, kurs, dershane, eğitim merkezi, yaz okulu tüm Almanya'yı 'paylaşmış'. Zamanı gelince en seçkinlerini saflarına alacakları on binlerce çocuk yetiştiriyorlar. Yaptıklarına, "Türk çocuklarının eğitimi" kılıfını da geçirdiler mi, işleri tıkırında. Alman 'işbirlikçileri' nin desteği garanti olduktan sonra, no problem!

Ödüllerini onlara vermeyecekler de kime verecekler? Herhalde bizim gibilerine değil...

5 Nisan 2000

Viele Islam-Gruppen reden mit gespaltener Zunge

Stuttgarter Nachrichten, 05.04.2000

Fundamentalisten unterlaufen die Integration von türkischen Jugendlichen in Deutschland / Von Ahmet Arpad

Stuttgart - "Die Moschee, ein Symbol des deutsch-türkischen Zusammenlebens" - eine absurde Vorstellung. Wer damit "hausieren" geht, sich für immer neue Moscheen stark macht, ist naiv. Die Praxis und die Erfahrung, sei es in Berlin, Duisburg, Köln oder Stuttgart, belehrt uns eines Besseren.

Es ist verständlich, wenn ausländische Menschen aus nachbarschaftlichen Gründen zusammenziehen. So bilden sich ethnische Gemeinden, Inseln, die Schutz bieten. Doch Gettos treten auch einen Teufelskreis von Diskriminierungen los. Auf diesem Nährboden haben sich Fundamentalisten verschiedenster islamischer Sekten niedergelassen. Ihre Vereine sind inzwischen die Einzigen, die sich um die in Gettos lebenden Türken kümmern, Sozialdienste leisten und im Bildungsbereich aktiv sind. Vielerorts werden sie sogar von den Kommunen für ihre Dienste mit Beträgen in sechsstelliger Höhe unterstützt.

Für die Stadtoberen sind die Menschen bei ihnen "in guten Händen". Die Mutter lernt Deutsch, die Tochter bekommt Hausaufgabenhilfe. Bei der Firma der Organisation findet der lange arbeitslose Vater wieder Arbeit, der Sohn nach der Hauptschule eine Lehrstelle. Alle sind glücklich. Am glücklichsten aber sind die Fundamentalisten.

Den deutschen Verfassungsschützern zufolge spielen sie allerdings eine Doppelrolle. Einerseits präsentieren sie sich in der Öffentlichkeit als unpolitische Vertreter des Islam, andererseits aber betreiben sie vor allem in den Gettos Eigenpropaganda. Die Frage bleibt: Mit welchem Ziel? Studien wie die neue Arbeit von Rainhard Hocker, Jugendliche in islamischen Organisationen, zeigen, dass sich der wachsende Einfluss bestimmter Organisationen vor allem auf türkische Jugendliche auswirkt. Die Fundamentalisten haben ihre Chance erkannt. Dieses vernachlässigte gesellschaftliche Feld in den Gettos bearbeiten sie gezielt. Inzwischen gibt es in Deutschland fast die gleichen Verhältnisse wie in den Gettos der 12-Millionen-Metropole Istanbul. Dort kümmern sich die Vertreter des politischen Islam um die, die der Staat vernachlässigt. Sie streben durch aktive Tätigkeiten gesellschaftliche und politische Veränderung an.

Für die islamischen Organisationen in Deutschland haben die Muslime hier ihr zuhause und müssen nach den Regeln der Scharia leben können. Sie betrachten Europa als Gebiet des Islam und meinen, dass für die Menschen islamisierte Räume geschaffen werden sollten - ob für eine Schulklasse oder ein ganzes Stadtviertel. In Deutschland bekennen sich die Islamisten nach außen zum Grundgesetz. Nach innen aber gilt das Gesetz der Scharia. Nicht selten ziehen Spitzenfunktionäre die Mehrehe vor. Sind solche Dialogpartner glaubwürdig?

Die islamischen Organisationen repräsentieren zwar laut Verfassungsschutz nur zehn Prozent der türkischen Bevölkerung - Tendenz steigend - , dürfen aber in Deutschland die meisten Moscheen und "islamischen Kulturzentren" errichten. Sie vertreten verschiedenste islamische Sekten und sind untereinander oft zerstritten. Sie haben allerdings ein gemeinsames Ziel: die Islamisierung in Deutschland, um die Errichtung einer islamischen Staatsordnung in der Türkei zu erreichen.

Die streng hierarchisch gegliederte Organisation der Süleymanci mit rund 20000 Mitgliedern unterhält eigenen Angaben zufolge 320 "islamische Kulturzentren". Hier werden 60000, vor allem türkische Knaben und Mädchen, nach der Lehre des Süleyman Efendi erzogen. Jahr für Jahr werden junge Menschen als Elite-Muslime in die deutsche Gesellschaft entlassen - mit deutschem Pass und Süleymanci-Identität.

Das Programm des Verbands Islamischer Kulturzentren (VIKZ), der im Stuttgarter Stadtteil Heslach eine Moschee und ein islamisches Zentrum samt Wohnungen und Schülerwohnheim errichten will, sieht vor, die Islamisierung in Deutschland durch Ausweitung von Koranschulen und Bildungseinrichtungen zu erreichen. Diese Meinung vertritt auch der Kulturanthropologe Werner Schiffauer in seinem neuen Buch "Die Gottesmänner".

Der Süleymanci-Orden, zu dem der VIKZ gehört, ist ein Abkömmling der im 14. Jahrhundert gegründeten Naksibendi-Sekte. Gebetet wird nur hinter einem Vorbeter, gegessen wird nur das von eigenen Metzgern geschächtete Fleisch. Der Gründer des Ordens, Süleyman Hilmi Tunahan, ist für sie: "Unser Größter, unser Heiliger." Über ihre Lerninhalte weiß man wenig. Es gibt keine Publikationen, die Aufschluss über ihre Glaubensrichtung geben. Ihre Zeitschrift "Anadolu" mussten die Süleymanci nach antichristlichen und antijüdischen Attacken 1980 einstellen. Sie verstehen sich als die wichtigsten Bewahrer des Islam und glauben, dass nur 300000 Muslime, allesamt Süleymanci, auserwählt seien, ins Paradies zu gelangen.

Was der VIKZ in Heslach genau vorhat, weiß man nicht. Sowohl beim ersten großen Treffen im Rathaus als auch am runden Tisch vor kurzem, gingen seine Vertreter mit Informationen sparsam um. Ihr Konzept haben sie bis heute nicht eindeutig dargelegt. Auch das Süleymanci-Internat in der Mannheimer Pettenkoferstraße mit Klassenräumen für rund 200 Jugendliche ist ein Buch mit Siegeln.

Die bundesweiten "Kulturzentren" dienen neben religiösen Zwecken vor allem der Jugendarbeit. Die Moschee spielt nur eine Nebenrolle. Auch in Stuttgart geht es vorrangig um Jugendarbeit. Nach eigener Angabe sollen jungen Leuten islamische Werte vermittelt werden. Die Süleymanci aus Köln arbeiten in Heslach mit den Nurcu aus Stuttgart zusammen. Ihr hiesiger Partner ist die Religionsgemeinschaft des Islam von der Gemeinschaft Jama’at un Nur, diese wiederum ist ein wichtiges Mitglied im Islamrat.

Die Süleymanci dagegen sind im Zentralrat der Muslime (ZMD) vertreten. Der Generalsekretär des ZMD ist gleichzeitig Generalsekretär des VIKZ. Der Zentralrat, der angeblich von Saudi-Arabien aus über die Islamische Weltliga finanziert werden soll (siehe "Moslemische Revue" 4/94, S. 278), pflegt sehr gute Kontakte zum Islamrat. Beide möchten als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt werden und auch den muslimischen Kindern in den deutschen Schulen Religionsunterricht erteilen. Die Milli Görüs dominiert den Islamrat und ist laut diverser Gerichtsbeschlüsse und Verfassungsschutzberichte aller Bundesländer "eine Organisation, die eine radikal-muslimische Geistesrichtung vertritt". Die Verhältnisse sind verstrickt.

Moscheen und Gebetshäuser gibt es in Stuttgart mehr als genug. Sie werden schlecht besucht. Voll sind die Moscheen nur an bestimmten Tagen des Jahres. Selbst freitags sind sie nicht ausgelastet. Bekanntlich muss im Islam der Gläubige zum Beten nicht unbedingt in die Moschee gehen. Er darf überall beten. Zu fast jeder Moschee wird seit kurzem auch ein "islamisches Bildungs- und Kulturzentrum" gebaut. Hier sollen die Erwachsenen von morgen nach den Lehren der "Großen vier - Süleyman Efendi, Said-i Nursi, Fetullah Gülen oder Necmettin Erbakan - gebildet werden.

Unsere Gesellschaft aber braucht europäisch denkende, tolerante und offene Menschen. Deutsche, Türken, Deutschtürken.

20 Mayıs 1998

Wie islamistische Sekten in Deutschland agitieren

Stuttgarter Nachrichten, 20.05.1998

Radikale Moslems unterlaufen mit Propaganda die Integration ihre Landsleute / Von Ahmet Arpad

Stuttgart - Der jüngste Verfassungsschutzbericht des baden-württembergischen Innenministeriums zeigt, daß die türkisch-islamistischen Vereinigungen über die größte Anhängerschaft unter den ausländischen Extremisten verfügen.


Der Verfassungsschutz registriert in Deutschland etwa 40000 islamisch-extremistische Türken, die in Organisationen arbeiten. Sie bekämpfen die türkische Staatsform und Gesellschaftsordnung. Ihr Ziel ist ein theokratischer Staat in der Türkei. Einerseits versuchen sie sich bei der deutschen Bevölkerung als unpolitische Vertreter des Islam zu präsentieren, andererseits verhindern sie durch aggressive Propaganda und Indoktrination die Integration der Türken in der hiesigen Gesellschaft.

Said Nursi (1873-1960), der Gründer der Nurcu-Sekte, vertrat die Auffassung, daß der Niedergang der Türkei nur durch die vom Islam geprägte Identität aufgehalten werden könne. Die Haltung der Nurcus gegen die europäisch orientierten Reformen des Staatsgründers Atatürk belegt das. Nursi plädierte für eine islamische Staatengemeinschaft mit der Hauptstadt Mekka.

Der selbsternannte neue Führer der Nurcus, Fetullah Gülen, möchte als sein Nachfolger und Erbe gesehen werden. Vor kurzem präsentierte der türkische Geheimdienst Beweise, daß Gülen auf einen Gottesstaat in der Türkei und eine islamische Revolution nach iranischem Muster hinarbeitet. Das Gesamtvolumen der von den Fetullahcis getätigten Auslandsinvestitionen bei etwa 2,5 Milliarden Mark. Laut Informationen staatlicher Quellen in Ankara ist die Stuttgarter Religionsgemeinschaft des Islam eine Filiale der Fetullahcis.

Der Fetullah Hoca, der Wanderprediger der 60er und 70er Jahre, von dem die Bemerkung „Die staatlichen Lehrer sind Teufelsknechte!“ stammt, hat auch in Deutschland etliche sogenannte Bildungszentren errichtet. Hier wird außer modernen Wissenschaften vor allem der Islam nach seinen Vorstellungen und der Koran nach seiner Interpretation unterrichtet. Das Fetullah-Imperium, das angeblich nur von privaten Sponsoren getragen wird, hat es sich zum Ziel gemacht, duch die Unterwanderung des Bildungssystems in den islamischen Ländern die jungen Generationen an sich zu binden. Dieses Vorhaben wird präzise und systematisch durchgeführt.

Außer den 103 Bildungszentren, 460 Lernstudios, 560 Studentenwohnheimen und zahlreichen Privatunis in 50 Ländern gehören inzwischen auch Fernsehanstalten, Zeitungen, Magazine und unzählige Stiftungen und Vereine zum Imperium von Gülen. Viele türkisch-islamische Gemeinschaften in Deutschland haben schon lange Kontakte zu deutschen Gemeinden und Kirchenoberen hergestellt. Trotz aller Warnungen haben die meisten Landeskirchen inzwischen sogar Islam-Beauftragte, die für die Zusammenarbeit mit islamischen Gruppierungen zuständig sind. Bei gemeinsamen Veranstaltungen wird ihnen so ein Forum für Selbstdarstellung geboten.

Mancherorts werden ihre selbsternannten islamischen Führer - die meisten sind längst deutsche Staatsbürger - von Behörden und Kirchen als Vertreter des Islam angesehen. Diese Fundamentalisten interpretieren die Lehre Mohammeds, den Koran, nach ihren Vorstellungen. Sie verstehen sich als Vermittler zwischen den Gläubigen und Allah. Der Islam kennt aber weder Vermittler noch Vertreter und es gibt weder Päpste noch Mönchtum.

Die größten Religionssekten gründen ihre Ideologie auf die Lehre der Naksibendis, die von Scheich Mohammed Bahaüddin Naksibend aus Buhara (14.Jahrhundert) aufgebaut wurde. Der für Deutschland zuständige Naksibendi Scheich Nazim, der gleichzeitig auf Zypern zu den Gründungsmitgliedern einer Partei mit stark islamisch-fundamentalistischen Tendenzen gehört, prophezeite vor einiger Zeit: „Deutschland wird zum Islam bekehrt, denn die Beschaffenheit der Deutschen ist sehr geeignet für den Islam.“ Die Naksibendis gelten als stark antichristlich und widmen den türkischen Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit, von denen ein großer Teil nach Meinung eines führenden Mitgliedes der Organisation angeblich „Gefahr läuft, dem Atheismus zu verfallen“.

Wie die Nurcus stellt auch die vom Verfassungsschutz als „extremistisch“ eingestufte islamische Gemeinschaft Milli-Görüs im Verhältnis zu den hier lebenden türkischen Muslimen eine verschwindende Minderheit dar. Auch Milli-Görüs ist schon lange zu einem Wirtschaftsimperium gewachsen. Beide Organisationen bilden zusammen den „Islamrat“ und möchten vom deutschen Staat als Vertreter des Islam anerkannt werden. Führungskräfte sind längst Deutsche türkischer Abstammung. Die meisten haben kopftuchtragende deutsche Frauen verheiratet. Das große Kopftuch, das die Fundamentalisten etwa Mitte der 80er Jahre aus dem Iran übernommen haben, hat vor allem Symbolcharakter. Mit der Bindeart ihres Kopftuches will die Frau den Gleichgesinnten zeigen, zu welcher Religionssekte sie gehört.

Der Weltislam hat den Wandlungsprozeß noch vor sich. Eine Aufklärung, wie sie Europa im 17. und 18. Jahrhundert durchlebt hat, gab es im Islam nicht. Arabiens „Wüsten-Islam“ oder der Islam der Mullahs hat in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts jedoch keine Chance. Der vom laizistisch orientierten anatolischen Menschen seit Jahrzehnten erlebte moderne Islam kann dagegen in der Zivilisation existieren. Er ist mit westlichem, laizistischem Demokratieverständnis gut vereinbar.

Mit seinen Reformen hat Atatürk der Türkei den Weg in die westliche Industriewelt endgültig geebnet und eine laizistische Religionsausübung geschaffen. Er wollte gleichzeitig verhindern, daß die vielen Sekten mit ihrer rückständigen Religionsauslegung die junge Republik gefährden und die Religion für ihre Machtausübung mißbrauchen. Heute, 60 Jahre nach ihm, versuchen viele, in der Türkei wie im Ausland, diesen Prozeß wieder rückgängig zu machen, statt sich an ihm zu orientieren.

Schon die überwiegend antijüdische Agitation mancher islamischen Gruppierungen ist mit dem Gedanken der Völkererständigung unvereinbar. Man sollte auch vor der Tatsache nicht die Augen schließen, daß die derzeitige Islam-Politik gewisser Stellen und Kirchen langsam, aber sicher zu einer Polarisierung innerhalb Deutschlands lebenden Türken beitragen könnte. Nicht vorstellbar, was für Schäden der Innere Friede durch einen „Religionsseparatismus“ unter den hier lebenden 2,2 Millionen Türken langfristig bekommen würde.

Auch fast vier Jahrzehnte nachdem die ersten Gastarbeiter aus Anatolien ins Land geholt wurden, wissen Deutsche wie Türken viel zu wenig voneinander. Daher wäre ein Dialog mit den türkischen Mitbürgern nötiger denn je.

Was ist der eigentliche Grund für den Dialog und für die Zusammenarbeit der Kirchen und Gemeinden mit den sogenannten Islamisten? Gibt es vielleicht gemeinsame Interessen? Sind sie politischen, gesellschaftlichen oder gar wirtschaftlichen Charakters? Geht es den vielen islamischen Sekten und ihren Gemeinschaften nur um Religion? Ihre Vernetzung im Inland wie im Ausland ist groß. Wirtschaftsimperien haben sie sich gebaut, auch Kontakte zu den amerikanischen Religionssekten Scientolgy und Moon hergestellt. Welche Rolle spielen dabei die hier ansässigen fundamentalistischen Religionsgemeinschaften und ihre Organisationen? Vernünftige Antworten findet man keine. Das Thema ist sehr heikel ...

14 Nisan 1998

Islamisten nutzen Deutschland als Schaltzentrale

Stuttgarter Nachrichten, 14.04.1998

Kirche und Staat häufig zu blauäugig gegenüber islamischen Organisationen / Von Ahmet Arpad

Stuttgart - Nach den Erkenntnissen der deutschen Verfassungsschutzbehörden gab es 1997 22 extremistische islamische Gruppierungen. Dreizehn davon werden beobachtet.


Die Gemeinschaften und Vereine der islamisch-fundamentalistischen Sekten, Orden und Bruderschaften - vier Prozent der 2,2 Millionen türkischen Moslems sind in ihnen organisiert - stellen allerdings eine verschwindend kleine Minderheit dar und sind daher für Muslime in Deutschland nicht repräsentativ. Türkische islamisch-fundamentalistische Organisationen haben sich seit Mitte der 70er Jahre in Deutschland etabliert. Sie nutzen die Religionsfreiheit im deutschen Grundgesetz nicht nur für islampolitische Machtinteressen in der Türkei aus, sondern auch, um den Islam ihrer Vorstellung in Deutschland zu verwirklichen.

Die meisten der in Deutschland operierenden islamisch-fundamentalistischen Organisationen geben sich nach außen liberal, betreiben aber nach innen Indoktrination. In ihren deutschen Verlautbarungen betonen sie stets Integrationswillen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den staatlichen Instanzen, doch in ihren türkischsprachigen Publikationen beziehen sie islamisch-fundamentalistische Positionen. Seit einigen Jahren bereits bemühen sich verschiedene islamische Gemeinschaften um Anerkennung als Körperschaft öffentlichen Rechts. Im Fall der Anerkennung des Islam als Religion in Deutschland darf die stärkste Organisation von der über zwei Millionen Mitglieder zählenden türkischen islamischen Gemeinde eine Art Kirchensteuer einziehen. Um an diesen Riesenkuchen in der Größenordnung von rund 540 Millionen Mark pro Jahr heranzukommen, hat die vom Verfassungsschutz als „fundamentalistisch“ und „antisemitisch“ eingestufte Milli Görüs (IGMG) mit den Gemeinden der Nurcu-Sekte unter dem Namen „Islamrat“ - im Wappen der Reichsadler - eine neuartige juristische Person ins Leben gerufen. In diesem Dachverband sind 33 islamische Vereine vertreten. 18 davon stehen der Milli Görüs nahe. Viele Kirchen und Behörden sehen in dieser Organisation einen wichtigen Gesprächspartner. Milli Görüs hat auch Einfluß im „Zentralrat der Muslime in Deutschland“. Im Kuratorium des Islamrats sitzt unter anderem auch der Leiter der Jüdischen Gemeinde in Deutschland, Ignatz Bubis. Gleichzeitig forderte der türkische Islamistenführer Erbakan auf einer Veranstaltung der Milli Görüs in Berlin folgendes: „Es muß mit aller Macht verhindert werden, daß sich der Zionismus wie ein Krebsgeschwür ausbreitet.“ Dazu zitierte er Passagen aus „Mein Kampf“.

Dem jüngsten Verfassungsschutzbericht zufolge will beispielweise Milli Görüs flächendeckend 300 Koranschulen in Deutschland aufbauen. „Hier werden Kinder gegen die westliche Demokratie eingeschworen“, sagt ein Sprecher des Verfassungsschutzes. Deutschland werde damit zum europaweiten Schwerpunkt der islamischen Extremisten.

Viele islamische Gemeinschaften in Deutschland werden mittlerweile wie Wirtschaftsunternehmen geführt: Für sie ist Religion Mittel zum Zweck geworden. Diese Tendenz stellt man auch in der Türkei fest. Mit dem Stärkerwerden der Islamisten stieg auch die Zahl der von diesen gegründeten Firmen. Die meisten von ihnen gehören inzwischen zu den Etablierten in der türkischen Wirtschaft, und mit dem größten Teil ihrer Gewinne finanzieren sie wiederum die Arbeit der Islamisten. Dem türkischen Generalstab zufolge wird der islamische Fundamentalismus von den religiös-extremistischen Firmen mit rund 15 Milliarden Dollar jährlich finanziert. Milli Görüs ist heute ein Wirtschaftsunternehmen mit 20 Firmen. Selbst die Immobilien-Abteilung ist ein Imperium.

Bis vor einigen Jahren gehörte auch die Scientology zu ihren Geschäftspartnern. Ein in Deutschland lebender türkischer Journalist, der sich in der Branche gut auskennt, nennt sie: „Abzocker im religiösen Gewand“. Die Bosse sind meist Kinder der ersten Generation und haben längst den deutschen Paß in der Tasche. Nachwuchsprobleme kennen die Firmen der islamisch-fundamentalistischen Gemeinschaften nicht. Sehr schlechte berufliche Perspektiven führen die türkischen Jugendlichen fast zwangsläufig zu den Fundamentalisten. Hier bekommen sie nicht nur Arbeit, sondern auch Selbstwertgefühl vermittelt. Und die Väter und Großväter dieser vierten Generation trifft man selbstverständlich in der Moschee der zur Firma gehörenden Sekte. Immer öfter tauschen die leitenden Herren der Sekten ihr religiöses Gewand mit dem Zweireiher, stecken ihre Finger in viele Bereiche des öffentlichen Lebens, investieren Unsummen, von der Koranschule bis zur Privatuni, von Export- Import bis zu Fernsehanstalten und Zeitungen.

Durch die Unterwanderung des Bildungssystems wollen sie die jungen Generationen an sich binden. Dies ist eine der größten Gefahren, die von ihnen ausgeht. Fetullah Gülen, pensionierter Imam aus Izmir ist Führer der zur Nurculuk-Sekte gehörenden Bewegung Fetullahcis und hat sich zum „Reformator“ des Islam stilisiert. Die Fetullahcis konzentrieren sich vor allem aufs Bildungswesen. Ihre Universitäten, Hochschulen und sogenannten Bildungszentren stehen überall, von Stuttgart bis nach Usbekistan. In Deutschland soll es inzwischen 70 solcher Schulen geben. Presseberichten zufolge planen sie auch eine Großmoschee auf dem Gelände von Stuttgart 21.Die Verbindungen wohlhabender islamischer Gruppen in Deutschland erstrecken sich von Frankreich bis Alma Ata, von Washington über Libyen bis Kuwait. Die meisten Gelder fließen in die Türkei. Kräfte für hohe Posten in der Türkei werden in Deutschland ausgebildet. Auch von der türkischen Staatsanwaltschaft gesuchte islamistische Extremisten finden hier Unterschlupf.

Die Türkisch Islamische Union (DITIB) ist die Organisation der staatlichen „Anstalt für religiöse Angelegenheiten“ in Deutschland. Die meisten der hier lebenden Türken besuchen die DITIB-Moscheen. Diese Organisation aber wird von den deutschen Behörden und Kirchen stets übergangen und ignoriert. Die Deutsche Bischofskonferenz behauptet zwar, „seit dem zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) ist der Dialog mit Menschen anderer Religionen ein Anliegen der Kirche, um das friedliche Zusammenleben aller Menschen zu fördern“. Doch die Praxis sieht anders aus. Politiker wie Kirchenobere ziehen mit islamistisch-fundamentalistischen Gemeinschaften an einem Strang. Obwohl vom Verfassungsschutz mehrmals darauf hingewiesen, werden fast ausschließlich diese von den Kirchen in den Dialog einbezogen. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat Kontakte zu einer islamischen Gemeinschaft, die zur Nurcu-Sekte gehört und ein Gegner der bestehenden Staatsordnung in der Türkei ist.

Diese Politik könnte zu einer Polarisierung innerhalb der 2,2 Millionen Türken in Deutschland beitragen. Und das in einer Zeit, in der das deutsch-türkische Zusammenleben durch die hohe Arbeitslosigkeit ohnehin vor einer schweren Zerreißprobe steht. Schon deshalb sollten Politiker und Kirchen ihre Islam-Politik neu überdenken.
 

12 Şubat 1998

Die Türkei nabelt sich langsam von Europa ab

Stuttgarter Nachrichten, 12.02.1998

Nach dem Brüsseler Nein zum EU-Beitritt besinnt sich Ankara auf eigene Stärken / Von Ahmet Arpad

Stuttgart/Istanbul - Allen Unkenrufen aus dem europäischen Ausland zum Trotz, steht die Türkei politisch und wirtschaftlich auf festen Füßen.


Im Knotenpunkt der Weltgeschichte, im Schmelztiegel der Kulturen leben seit über 1000 Jahren verschiedene ethnische Völkergruppen friedlich zusammen. Die anatolische "Erleuchtung" hat sie immer zusammengehalten. Dieses gegenseitige Akzeptieren, leben und leben-lassen, die gemeinsame Sprache und Religion war und ist die wundersame "Knetmasse" der türkischen Nation.

Bundeskanzler Helmut Kohl hat vor kurzem, bewußt oder unbewußt, gesagt: "Die Türken sind von einer anderen Hochkultur!" Recht hat er. Schon im 20. Jahrhundert vor Christus herrschten in Kleinasien Hochkulturen. Und in Europa? Wer das wunderbare Museum für anatolische Kulturen in Ankara besichtigt, wird Kohl besser verstehen.

Anatolien ist wie ein richtig zusammengesetztes Puzzle. Es fällt seit Jahrtausenden nicht auseinander. Die Türken, die Anatolier, sind Kinder verschiedener Hochkulturen, die durch Kleinasien gezogen sind. Dieses Erbe, das in jedem anatolischen Menschen steckt, hält sie zusammen. Als Atatürk 1923 die Türkische Republik ausrief, hatte er daher eigentlich ein leichtes Spiel. Er mußte gar nicht erst aus den verschiedenen ethnischen Völkergruppen eine Nation bilden. Das waren sie ja schon seit Hunderten von Jahren. Seine Reformen wurden begeistert aufgenommen. Die Tür zu Europa hatten 100 Jahre vor ihm die Sultane geöffnet. Durch seine westlich orientierten Reformen machte er sie nur weiter auf. Es kam nicht von ungefähr, daß am 10. November 1997, dem 59. Todestag Atatürks, eine Million Menschen an seinem Grab standen.

Ein Fremder, der die Türkei bereist, erlebt überall Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Die Türen stehen ihm offen. Offenheit, Gelassenheit, Friedfertigkeit und Ruhe prägen die große Mehrheit der Türken. Daß die türkische Nation aus vielen ethnischen Völkergruppen besteht, merkt nicht einmal der Einheimische selbst. Sie ist gut zusammengewachsen. Türke zu sein ist für ihn selbstverständlich. Der Bauer aus Urfa versteht sich mit dem Hirten aus Kars genausogut wie der Kaufmann aus Van mit dem Lehrer aus Izmir. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen sind einfach zu beneiden. Der innere Friede hält die Menschen der Nation, das Volk zusammen.

Wer aber mit Hilfe seiner Fernbedienung durch die unzähligen deutschen TV-Kanäle zappt, täglich die Zeitungen durchblättert, erlebt zur Zeit ein total anderes Bild von der Türkei. Man erzählt, entscheidet, bestimmt, diskutiert, schreibt und kommentiert über das Land am Bosporus mit Unverständnis. Was war passiert? Die EU hatte im Dezember der Türkei die Tür zu Europa zugeschlagen, und die neue Regierung in Ankara reagierte in einer für Brüssel ungewohnten Weise. Es kamen zum erstenmal selbstbewußte, kritische Worte aus der türkischen Hauptstadt. Brüssel holte zum Gegenschlag aus. Die Politiker ließen sich die türkische Kritik nicht gefallen, und auch die Medien, die gerne nach dem Prinzip "nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten" arbeiten, schlugen zu. Die deutsch-türkischen Beziehungen erlebten in der Folge einen nie gekannten Tiefpunkt. Woher aber kommt auf einmal dieses große "Interesse" an einem Land, das man vor kurzem abgewiesen hat?

Und was man nicht alles hört und liest. An Ideen mangelt es den deutschen "Türkei-Experten" nicht: "Atatürk hat schwerwiegende Fehler gemacht. . . Ethnische Minderheiten akzeptieren. . . Diyarbakir ist die Hauptstadt Kurdistans. . . Mit den Islamisten und Kurden Kompromisse schließen... Im Osten herrscht Krieg. . . Der kurdische Aufstand ... In der Türkei wächst Haß und Polarisieriung. . . Die Türkei muß föderal gegliedert werden. . .

Auch die Grünen hatten natürlich eine "gute" Idee: "Die Türkei braucht eine Kantonalregierung nach Schweizer Modell . . ." Den größten Vogel aber schoß der Korrespondent einer großen süddeutschen Zeitung ab. Er prophezeite für 1998 das Ende der Türkischen Republik! Einmischen in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates, Pressefreiheit - hier wurden in den letzten Wochen die Grenzen mehrmals überschritten. Kompromisse mit den Islamisten? Mit eben denen, die die Demokratie für ihr Fernziel - den Gottesstaat Türkei - ausnutzen? Kaum wurde ihre Partei aus verfasssungsrechtlichen Gründen verboten, übertreffen sich "die Experten" gegenseitig an Kritik und fordern Kompromisse.

Warum das alles? Warum diese Überreaktion? "Eigentore" gibt es nicht nur beim Fußball. Wer alles hat Interesse daran, die Türkei zu einem "Problemfall" zu machen? Kann man einfach sagen: "Wo keine Probleme sind, macht man sich welche?" Die Türken - hie und da - werden allmählich den Verdacht nicht los, die unerwartet selbstbewußte Außenpolitik von Mesut Yilmaz und Bülent Ecevit schmeckt den deutschen Politikern nicht. Glaubt man in Bonn vielleicht, diese Türkei würde den Europäern bald aus den Händen gleiten?

Nationaler Zusammenhalt und uneingeschränkte Selbständigkeit sind Grundprinzipien des Kemalismus. Wer hat davor Angst? Neuerdings werden Intellektuelle, die diese tragenden Pfeiler der Nation und des Staates vor "Angreifern" schützen müssen, von manchen deutschen Kolumnisten einfach als "radikale Kemalisten" abgestempelt. Für sie gibt es also auf einmal "Kemalisten" und "radikale Kemalisten"! Interessant, sind doch für solch trennendes Gedankengut sonst die Anhänger islamischer Sekten zuständig.

Der Knotenpunkt der Kontinente ist auch nach 4000 Jahren "brisant". Die Länder der arabischen Halbinsel sind Garanten dafür, daß in den westlichen Industrieländern und Japan die Wirtschaft läuft. Die Staaten am Kaspischen Meer und die Turkrepubliken Zentralasiens sitzen auf reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen. Die Türkei pflegt seit einiger Zeit sehr intensive kulturelle und wirtschaftliche Kontakte zu diesen Ländern. Pipelines Richtung Europa werden auch durch Kleinasien laufen, noch mehr Öltanker durch die türkischen Meerengen den Westen erreichen. Das Land am Bosporus sitzt selber auf reichen Bodenschätzen und Erdöl, hat die größten Wasserquellen der gesamten Region. Hunderte Milliarden von US-Dollar sind und werden im Südosten für Staudämme und Stromerzeugung investiert.

Große, erfolgversprechende Projekte für ein hohes Wirtschaftswachstum in dieser Region hat Ankara kürzlich bekanntgegeben. Großindustrielle aus der West-Türkei investieren im Osten. Immer weniger arbeitsuchende Menschen wandern in andere Landesteile. Der karge Südosten wird ständig grüner.Die Bemühungen von Yilmaz und Ecevit, die Türkei in der Welt der neuen Ordnung in einer möglichst eigenständigen Rolle zu präsentieren, sind unübersehbar. Zuvor müssen allerdings noch einige "Steine" aus dem Weg geräumt werden. Das brüske Verhalten der EU-Länder hat die Türkei selbstbewußt gemacht. Das Land am Bosporus nabelt sich langsam ab. Auch wenn das manchem in Deutschland nicht schmeckt.

18 Temmuz 1997

Falsche Toleranz gegenüber Islamisten?

Stuttgarter Zeitung, 18.07.1997

Auch eine Gefahr für friedliches Zusammenleben / Von Ahmed Arpad

Ahmet Arpad lebt seit 25 Jahren in Stuttgart und arbeitet für die linksliberale türkische Tageszeitung „Cumhuriyet“. Im folgenden Beitrag beleuchtet er aus seiner ganz persönlichen Sicht einige zentrale Aspekte des Zusammenlebens zwischen Deutschen und Türken.


Es gab in Deutschland führende Politiker, die fest davon überzeugt waren, eine erleichterte Integration von Gastarbeitern würde die Einwanderung beschleunigen, und „Fremde“ würden das Vaterland überschwemmen. An eine Eingliederung der hier seit Generationen lebenden, gar geborenen Mitbürger hat man selten gedacht. Das Gegenteil ist geschehen. Man hat den Menschen, die längst in Deutschland ihren ständigen Lebensmittelpunkt gefunden haben, durch fehlende oder verfehlte Gesetze die Integration erschwert.

Die ablehnenden Signale aus den Reihen der Politiker, aber auch der Gesellschaft trieben und treiben immer noch die Kinder türkischer Mitbürger vermehrt in die Arme der nationalistisch oder islamisch orientierten Gemeinschaften. Enttäuscht von den „Ablehnungen“ der Gesellschaft will die zweite und dritte Generation ihre Identität betonen. Diejenigen, die dabei in der islamischen Religion Zuflucht suchen, geraten meistens in eine Falle, kommen vom Regen in die Traufe. Gefährdet sind in erster Linie die Kinder, die von ihren Eltern in die vielen Koranschulen geschickt werden. Diese Einrichtungen, vor allem von diversen islamistischen Sekten betrieben, ersetzen den fehlenden Religionsunterricht für muslimische Kinder in den deutschen Schulen. Die Einführung eines solchen Unterrichts ist eine äußerst prekäre Sache und muß im Vorfeld mit dem Grundgesetz vereinbart werden. Dann ist sie langfristig erfolgversprechend. Solange aber die Kinder in den Sekten-Koranschulen, unkontrolliert durch den Staat, einer „Gehirnwäsche“ unterzogen werden, bilden sie die Basis für den zukünftigen Nachwuchs dieser Sekten. Solche Ausbildungsstätten islamischer Extremisten werden in der Türkei inzwischen von den Behörden geschlossen. Erfolgversprechende Maßnahmen zur bundesweiten Einführung eines wertefreien Religionsunterrichts für muslimische Kinder sind zwingend erforderlich. Auch eine multikulturelle Erziehung in Kindergarten und Schule ist in diesem Zusammenhang ein weiterer Baustein für die Identitätsfindung und das Gelingen des Zusammenlebens. Hier sind vor allem die Kultusminister der Länder gefordert.

In den 90er Jahren wurde Deutschland von verschiedenen islamisch orientierten Gemeinschaften, die sich meist „Muslimvertreter“ nannten, beinahe überschwemmt. Die laizistisch denkenden, wahren Muslime sind ihre einzigen „Angstgegner“. Sie werden als „Gottlose“ beschimpft, als „Nicht-Muslime“ abgestempelt. Diese gefährliche Entwicklung zeigt erstaunliche Parallelen zu den Bemühungen der sogenannten Islamisten in der Türkei, die inzwischen aus ihrem Wunsch, das Grundgesetz gegen den Koran zu tauschen, keinen Hehl mehr machen.

Die Zusammenarbeit mit dem „verlängerten Arm“ in Deutschland funktioniert bestens. Besuche des islamistischen Regierungschefs Erbakans und anderer „Funktionäre“ seiner Refah in der Kölner Zentrale der deutschen Islamisten sind nicht selten, wie auch Spendenüberweisungen - meistens auf indirektem Wege - von Köln in Richtung Ankara. „Wir müssen unsere gemeinsame Kraft daran setzen, diese ,Sklavenordnung' zu stürzen und dafür den Gottesstaat errichten.“ Schon dieser Auszug aus einer Rede Erbakans in Köln vor einigen tausend Mitgliedern der „Vereinigung der Neuen Weltsicht in Europa e. V.“ (AMGT), dem größten, vom Bundesverfassungsschutz als „extremistisch“ eingestuften islamischen Verein, zeigt, wie eng die beiden Organisationen miteinander verknüpft sind.

Anzumerken ist, daß die AMGT 1985 von Erbakan-Gefolgsleuten und einem nahen Verwandten von ihm gegründet wurde. Nach Auflösung der AMGT im Mai 1995 entstand die „Islamische Gesellschaft Nationale Sicht“ (IGMG), die insbesondere die Aufgabe hat, sich der politischen Belange der ehemaligen AMGT-Mitglieder anzunehmen. Nach geltendem deutschen Recht aber ist den Vereinen jegliche politische Betätigung und Verbindung zu den politischen Parteien untersagt. Erstaunlicherweise werden die integrationsfeindlichen Aktivitäten vieler islamischen Vereine, Sekten und religiösen Gemeinschaften meistens geduldet. Inzwischen sind Verbindungen der IGMG zur Scientology-Sekte und zu radikalen Islamisten in Holland, Belgien, Frankreich, Ägypten, Libanon und Libyen bekannt geworden. Die Zusammenarbeit „Sekten - Politik - Geschäftemacherei“ funktioniert immer und überall.

Einerseits reden alle von der Integration, vom gemeinsamen, friedlichen Zusammenleben, andererseits aber werden vor Gefahren meist beide Augen zugedrückt. Es ist daher kein Wunder, daß diese „Herrschaften“ bei solcher Gleichgültigkeit leichtes Spiel mit ihren Landsleuten in Deutschland haben. „Wir machen uns schon Gedanken“ ist der allgemeine Tenor der Bonner Politiker. „Wir haben Angst vor dem radikalen Islam, aber auch davor, als Religionsfeinde abgestempelt zu werden.“ Unverständlich. Die Gefahr, die von den Islamisten ausgeht, ist nicht nur für die Türkei groß. Wenn die Zurückhaltung der Politiker, Behörden und Medien so weitergeht, dann ist das friedliche Zusammenleben ernsthaft in Gefahr. Auch in der Türkei hat der radikale Islam jahrelang die Demokratie als „Schutzmantel“ ausgenützt. Nun hat er sich fest vorgenommen, sie zu stürzen.

Ein anderes deutsch-türkisches Thema beschäftigt derzeit inbesondere die Jungpolitiker in sämtlichen Bonner Parteien. Es geht um die doppelte Staatsangehörigkeit. Hier spürt man, daß etwas im Gange ist. Endlich. Das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz aus dem Jahr 1913 ist mehr als veraltet, auf seiner Grundlage sind die Probleme der 90er Jahre nicht zu lösen. Dies haben die jungen Politiker erkannt. Nach unendlich langen Jahren des Schweigens und Verdrängens fordern sie nun von ihren Parteioberen die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts. Auch über die deutsche Staatsangehörigkeit für Kinder ausländischer Eltern wird diskutiert. Der allgemein favorisierte Vorschlag ist allerdings eine zeitlich begrenzte doppelte Staatsbürgerschaft.

Kann man von einem Jungen türkischer Eltern erwarten, sich bei Volljährigkeit für eine der beiden Staatsangehörigkeiten zu entscheiden? Die meisten Jugendlichen in diesem Alter leben sehr gerne in Deutschland, fühlen sich wohl hier, sind aber auch mit der Heimat der Eltern sehr verbunden, mögen die türkische Mentalität. Nach dem Wunch der Bonner Regierenden müßten sie mit 16 oder 18 Jahren einen der Pässe wieder zurückgeben. Von jungen Menschen eine derartige Entscheidung zu verlangen, wäre inhuman. In dieser Form hätte das neue Gesetz nicht den erwünschten Erfolg. Den Jugendlichen sollte diese Entscheidung freigestellt werden. Vergißt man, daß bei unseren Nachbarn die doppelte Staatsangehörigkeit erlaubt ist?

Laut Umfragen sind 38 Prozent der Deutschen gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft für ausländische Mitbürger. Die Forderung, Ausländern das Kommunalwahlrecht zu geben, die auch Bundesaußenminister Klaus Kinkel neulich erhob, wird hingegen von 76 Prozent der befragten Deutschen unterstützt. In der Tat hätte man den ausländischen und damit auch den türkischen Mitbürgern - mit Abstand die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Deutschland - das Kommunalwahlrecht schon lange einräumen müssen. Dieses vorzuenthalten war und ist mit den Prinzipien des demokratischen Systems nicht vereinbar. Es ist auch nicht einzusehen, warum Menschen, die die letzten 40 Jahre der Republik eindeutig mitbestimmt haben, nicht an die Urne gehen dürfen. Es wäre doch durchaus „demokratisch“, wenn der türkische Mitbürger auch den Politiker wählen dürfte, der über ihn bestimmt. Dies kann er in Holland und Schweden schon lange. Vielleicht rüttelt Kinkels Vorstoß auch die Parteien in der Opposition wach. Diese hat jahrelang nur Kritik - darunter auch berechtigte - in Richtung Ankara geschickt. Wenn es aber um die Interessen der über zwei Millionen Türken in Deutschland ging, hat sie selten den Mund aufgemacht. Diese waren ja keine Wähler! Ein demokratischer Beitrag aus Bonn zum friedlichen Zusammenleben muß endlich kommen. Warum nicht schon 1998?

7 Mayıs 1997

Die Deutschland-Türken - ein Spielball der Politik

Stuttgarter Zeitung, 07.05.1997

Das friedliche Zusammenleben ist in Gefahr / Von Ahmet Arpad

Das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei ist abgekühlt. Aber nicht nur die Beziehungen zwischen den Staaten sind kälter geworden. Jüngst hat beispielsweise der „Spiegel“ vom Scheitern der multikulturellen Gesellschaft in Deutschland geschrieben. Die „Stuttgarter Zeitung“ hat Ahmet Arpad, einen türkischen Journalisten, gebeten, einmal seine - von der Redaktion der StZ unabhängige - Sicht des gegenseitigen Verhältnisses aufzuschreiben. Arpad, der am Deutschen Gymnasium in Istanbul Abitur machte und Germanistik studierte, lebt seit 25 Jahren in Stuttgart und arbeitet für die linksliberale türkische Tageszeitung „Cumhuriyet“.


Der türkische Döner-Kebab erlebt im Land zwischen Konstanz und Rostock einen unaufhaltsamen Siegeszug. Tag für Tag werden davon 300 Tonnen vertilgt. In 10000 Döner-Buden geben die türkischen Inhaber 45000 Menschen Arbeit und setzen jährlich 4,3 Milliarden Mark um. Der türkische Fleischspieß hat es geschafft. Er wurde in die deutsche Gesellschaft integriert.

Das gleiche „Schicksal“ ist aber den Türken immer verwehrt geblieben. Die Integration der Deutschland-Türken hat nie stattgefunden. Sie hat nie eine Chance bekommen. Solange es der Wirtschaft gutging, lebte man friedlich nebeneinander, manchmal sogar miteinander. Heute kann man nicht von einer „gescheiterten Integration“ reden, weil es sie noch nie gab. Keiner hatte sich jemals ernsthaft darum bemüht.

Die über zwei Millionen Türken bestimmen heute wie schon seit Anfang der Sechziger das deutsche Leben mit. Sie sind inzwischen keine Gäste mehr, sondern Mitbürger. 42000 türkische Unternehmer beschäftigen fast 200000 Menschen, investieren jährlich über acht Milliarden Mark und setzen 35 Milliarden Mark um. An deutschen Unis studieren rund 16000 Kinder türkischer Arbeitnehmer.

Allerdings hat das friedliche Zusammenleben von einst zwischenzeitlich tiefe Risse bekommen und ist nun in Gefahr, vollends zusammenzubrechen. Seit dem Ende des deutschen Wirtschaftswunders macht sich ein deutlicher Anstieg der sozialen Konflikte bemerkbar. Es ist kein Zufall, daß in den neunziger Jahren die Zahl beschämender Übergriffe gegen Türken im Westen wie im Osten sprunghaft in die Höhe schnellte. Auch hier haben die verantwortlichen Politiker in Bonn wie in Ankara versagt. Die Luft zwischen den Hauptstädten wurde zeitweise sogar sehr dünn, Probleme häuften sich.

Zuerst kam die Sache mit der PKK. In dieser vom benachbarten Ausland aus operierenden Terrororganisation wollten vor allem Politiker der roten und grünen Farbe und viele unzureichend recherchierende Medienvertreter „Freiheitskämpfer eines unterdrückten Volkes“ sehen. Die Türken Deutschlands erfuhren von diesen Besserwissern, daß es in der Türkei einen „Bürgerkrieg“ und einen „Völkermord an Kurden“ gibt! Diese Herren, die glaubten die Anliegen einer radikalen Gruppierung vertreten zu müssen, waren sich anscheinend nicht bewußt, daß sie in Wirklichkeit den Frieden im eigenen Lande und das Zusammenleben der Türken und Kurden gefährdeten. Es wurde jahrelang ein fehlerhaftes Bild von der Türkei in der deutschen Öffentlichkeit gezeichnet, und die Türken hierzulande waren wieder die Leidtragenden.

Kaum dachte man, auch diese Spannungen wären überstanden, kamen schon die nächsten. Zuerst die arroganten Äußerungen der christlichen Regierungschefs über die Türkei, dann die dummen Worte aus Ankara. Es ging wieder einmal um die EU-Mitgliedschaft, um Kinkels Besuch und um die Brandkatastrophe in Krefeld. Medien beider Länder heizten natürlich den Konflikt wieder kräftig an. Vor allem die türkische Boulevardpresse ging mit großen Lettern auf Leserjagd. Es wurde viel Porzellan zerschlagen und noch mehr Öl ins Feuer geschüttet. Die Deutschland-Türken wurden wieder zum Spielball.

Das Duo Çiller und Erbakan will das Land mit allen erlaubten und unerlaubten Methoden unbedingt in die EU steuern. Çillers Partner und Widersacher in einer Person, der Islamist Erbakan, vertritt interessanterweise dieselbe Meinung wie der Christ Kohl. Beide nämlich wollen die Türkei nicht in der EU sehen und könnten sie eigentlich mit einer gemeinsamen Strategie von Europa fernhalten! Die Türkei ist aber längst in Europa fest „verankert“. Das türkische Volk steht dem Kontinent näher als manch osteuropäischer Staat. Das Land am Bosporus ist, trotz mancher Rückschläge der letzten Jahre, ein stabiler Faktor in einer wichtigen und unruhigen Region. Man sollte auch nicht übersehen, daß 24 Prozent der türkischen Exporte nach Deutschland und 51 Prozent in die EU-Länder gehen.

Die junge türkische Generation - immerhin die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 25 - entwickelt ein Selbstbewußtsein, das für Europa neu ist. Die Hoffnung vieler Türken ruht inzwischen auf der Dynamik dieser jungen Leute. Ob die Türkei mit einer klugen Innen- und Außenpolitik die Europäische Union Anfang des 21. Jahrhunderts immer noch attraktiv findet?

Derzeit aber erlebt das Land unübersehbare Bemühungen der Islamisten, die sich eine Abkehr der Türkei von Europa zum Ziel gesetzt haben. Ihnen kommt daher jede „türkeifeindliche“ Äußerung sehr entgegen. Auch die derzeitige Türkeipolitik Deutschlands und die steigenden Alltagsprobleme der enttäuschten Türken hier „erfreuen“ die Herren in Ankara.

Nach dem Scheitern der Integration und dem deutlichen Anstieg der sozialen Konflikte ist ein starker Zulauf vieler „Enttäuschter“ zu den fundamentalistisch orientierten Vereinen und Sekten bemerkbar. Diese inzwischen auch vom Bundesverfassungsschutz als extremistisch eingestuften Islamisten nehmen sie mit offenen Armen auf. Da ist der Islam die „rettende“ Ideologie; Tradition, Nationaldenken und Religion sind „Zufluchtsorte“.

Die steigende Zahl der Moscheen, der Gebetsräume (über 2000!) und der Frauen mit Kopftüchern im deutschen Alltag ist erschreckend, aber kein Zufall. Die vielen Zugeständnisse der letzten Jahre können die Regierenden nicht mehr rückgängig machen. Auch die kopftuchtragende mohammedanische Lehrerin vor deutschen Schulkindern ist ein Sieg für die sogenannten Islamisten. Mit großzügigen Spenden werden „die Kämpfer Allahs“, die Fundamentalisten, in der Türkei unterstützt. Gemeinsam wird am Umsturz der türkischen Demokratie, des Laizismus und Kemalismus gearbeitet. Die Grundmauern der Republik wackeln. Die Gründung eines Gottesstaats wird herbeigesehnt. Die Verantwortlichen in Deutschland wollen eine Gefahr durch diese islamistischen Extremisten nicht sehen. Für sie fällt deren Tätigkeit unter Artikel 4, „Religionsfreiheit“! Unverständlich. Oft werden beide Augen zugedrückt, und der radikale Islam unterwandert bei seinem Vormarsch die türkische Gesellschaft in Deutschland langsam, aber sicher.

Beide Seiten sollten alles daran setzen, das friedliche Zusammenleben wieder herzustellen. Allerdings ist nur mit einem erleichterten Einbürgerungsverfahren nicht viel getan. Über zwei Millionen Menschen sind kein „Spielball der Politik“. Man sollte daher nicht davon ausgehen, daß sie für den Erwerb eines Stücks Papier ihre Identität mit abgeben, sogar ihre Mentalität ändern. Andere Auswege sind dringend gefragt. Es gibt sie nämlich.

9 Aralık 1994

YEDİRENK

UGUR KÖKDEN, Cumhuriyet, 9 Aralık 1994

1990 Ocak ayı tarihi taşıyan köşe yazısında, kendi döneminden 1940 kuşağı gelen Samim Kocagöz'e şöyle sesleniyordu Burhan Arpad: "Sevgiliarkadaşım, yolun yansını çoktan arkada bıraktık. Ama yolculuğun sonuna kadar gitmekten kaçmamalıyız. En son adıma kadar!" Gerçekten Burhan Arpad, kendi terimleriyle 'namuslu ol maya çalışan bir yazar' karakteriyle yolun son dakikasına dek 'kafasındaki doğrular'ın izinde gitti. Dört yılı aşkın bir süre önceydi. llık bir ilkyaz akşamı. Esentepe'de Gazeteciler Mahallesi'nde, Dergiler Sokak on iki kapı numaralı, iki katlı, bahçe içinde, balkonlu güzel bir ev. Arka bahçede nefti kuytuluk, oturma yerleri, önde çiçeklerin kokusu, gittikçe azalan alaca ışık ve ağaçlara, köşe bucağa sinen akşamın esmer gölgesi. Mayısın son günlerinin kuşattığı böyle bir zaman diliminde, Arpad'ın sekseninci yaşgünü kutlanıyor. Çevrede tanıdığım, tanımadığım insanlar: M. Ali Aybar, Oktay Akbal, Ömer Lütfü Akad, eski öykücülerden İhsan Devrim, Hüsamettin Bozok, Erdal Öz, ilhan Selçuk ve Cumhunyet'in yazıişleri müdürü Okay Gönensin. Bu arada Alpay Kabacalı var mıydı acaba? Aynca oğlu Ahmet Arpad. İlk kez, kendisini orada tanı yordum. Baba Arpad, üçlü koltukta oturuyor. Hafif yan dönmüş, kısık bir sesle Halide Edip'le ilgili bir anısını anlatıyor: Adıvarlar'ın yurda yeni döndüğü yıllar. Tanınmış ro- mancıyla gerçekleştirdiği bir konuşmada, ona "Gazeteci lik bir tür polislik gibi" der Burhan Arpad. Bunun üstüne Halide Edip, genç gazeteciye, "Hayır, siz doğrulan anyorsunuz; oysa polisler hep suçlu bulmak arayışı içinde koşariar" diye karşılık vermiş. O mayıs akşamında sekseninci yılın eşiğinde, dünün genç gazetecisi, "8u özdeyişı hiçbir zaman unutmadım" diye sözlerini tamamlamıştı. Arpad, kırk kuşagının bir üyesi. "Bizim kırk neslinin -tu haf bir nesildir bu- bir özelliği vardır. Çoğu ya memur, ya taşrada öğretmen ya da Sait Faik gibi işsiz güçsüzdü. Bir bağlantısı yoktu " şeklinde tanımlamıştır kendini. Gerçek o ki, o da başlangıçta uzun yıllar memurluk yapmıştı. Sonra 1940 yılı başından başlayarak aytık "Inanç" isimli bir der gi çıkarmaya girişti. On beş ya da yirmi sayı sürdü, herhalde. Kurucusu olduğu "Inanç" için Arpad, yıllar sonra "Hü- manist fikihenyaymak amacıyla çıkanyorduk. Kuşe kapak- lı, çok temiz baskılı bir dergiydi°6emek\e yetinmiştir. Böylece, Arpad'ın gazeteciliği Hürriyet, Vatan ve Cumhuriyet gibi ıstasyonlardan geçerek uzun yıllar sürdü. Ay nca edebıyatın çeşitli dallannda da ürünler veriyordu. Öy kü yazariıgı, tiyatro eleştınlen, gezı notları, köşe yazarlığı, çevirmenlik ve son olarak Refi Cevat Ulunay'dan devraldığı 'Istanbul' yazılan. "Bazı mesleklerde durmadan vermek gerekir, gazeteci- lik de bunlardan biri ve vermek kazandınr" düşüncesine inanmıştı. Yaratıcı veriminin büyük çoğunluğu, 1953-65 yıllan ara- sında kitapiaştı. Özellikle Yeditepe Yayınlan arasında çık tı. Herhalde Burhan Arpad'a en yakışan yayınevi de üstün de Istanbul'un yedi tepeli eski silüeti bulunan bu yayınevi olmalı. Sözgelimi "Tuna'dan ŞimaleAvrupa", "Uçuş Günlüğü", "Gezi Günlüğü " (1976) ve "Avusturya Günlüğü " bu arada sayılabilir. Tiyatro eleştirileriyse "Perde Arkası" ve "Ilk Gece" başlığı altında toplandı. Hepsi dört citt. Bir de roman: "Alnındaki Bıçak Yarası." Anılanndan oluşan "Hesaplaşma" (1976), daha sonraki yıllarda yayımlandı. "Hesaplaşma", aynı zamanda onun gazetede sürekli yazdığı köşesinin adıydı. Üstün bir anla- tım gücü isteyen fıkralan en az beş binin üstündedir. Onun ismini taşıyan zengin çeviri kitaplığı, Türk okuru için gerçek bir kazanç kaynağı sayılmalı. Arpad, "Okuyup sevdiğim, topluma yararlı olacağına inandığım kitaplan çevir dim" diye tanımlamıştır çevirilerinin gerekçesini. "Çeviri- lerimin tek bir amacı vardı: Dil bilmeyenlerimiz de, insan cıl yazarian tanısın ve benimsesinler istedim." İkincil önem taşıyanlan bir yana bırakırsak, Burhan Arpad'ın birbirinden değişik konuma sahip, başlıca dört 'sev gili yazan' vardı: Thomas Mann (1), Anna Seghers (2), E. Maria Remarque (6) ve S. Zweig (8). Bu yazarlann ortak özelliği insancıllıklan, antifaşist, antimilitaristve banşsever olmalan. Bunu Arpad da bir yazısında belirtmişti. Aynca, onun çeviri yazarlar ailesi içinde Avusturyalı Joseph Roth, Habeck; Bulgar Dimov (defalarca basılan "San Tütün"ün yazan), Çek Haşek, Rumen İstrati ve Finli Silanpaa da bulunuyor. Bu yazarları seçen ve onlann ürününü çeviren Arpad, 'toplumumuzun koşullanyla o toplumun koşullannı karşılaştırarak doğruyu bulmaya çalışıyordu', kendi terimleriyle anlatılırsa. Günümüzde bu çevirilerin bir bölümü yeniden yeniden yayımlanıyor; ancak kimi kitaplan bulmak da olanaksız. Örnek vermek gerekirse, E. M. Remarque'ın "Lizbon‘da Gece" romanını ancak kendisinden ödünç alarak okumuştum. Edebiyatımızın Fahir Onger'in deyimiyle 'kızgın adam lanndan biri' olan Burhan Arpad'ın yaşamı sonsuzlukla birleşti. Ama Kocagöz'e seslenişi, keskin ve acı bir çığlık gibi havada asılı duruyor: "Onca ömür tükettik, bir arpa boyu yol alamadık."

12 Aralık 1988

1940 kuşağının verimli kalemi Burhan Arpad

12 Aralık 1988, Cumhuriyet

Kendi 'doğrularının izinde

Burhan Arpad : „Bizim 1940 neslinin bir özelliği vardır. Çoğu ya memur, ya taşrada öğretmen, ya Sait Faik gibi işsiz güçsüzdü... Genç yazarlardan birkaçını okudum. Yabancı yazarların etkisi altında kalmışlar, onlara benziyorlar. Hiçbir şey söylemiyorlar. Dünya görüşleri de biçimden öteye geçmiyor."

ALPAY KABACALI

"Kafka, Türkiye'ye Fransa üzerinden geldi. İkinci Dünya Savaşı sonlarında Fransa'da ün kazanmaya, etkin olmaya başlayınca Fransızca bilen arkadalarca Türkçeye çevrildi."
Karşılıklı oturalı beş dakika bile olmamış. Ben ilk sorumu yöneltmeye hazırlanırken Burhan Arpad, Kafka'ya kadar uzanmış. Teybin düğmesine bastım. O, konuşmasını sürdürdü:
"Kafka'nın kitaplarının bugün övüle övüle bitirilemeyen tekdüze dünyası, bir toplumsal gerçekten yola çıkıyor; ilerlemiş bir kapitalizm içinde daraşmalık bir bürokrat havası veriyordu. Var olan bir toplumu, kafasında hayaller kurarak yeniden yaratır Kafka; sağlıksız bir dünyası vardır. Türkiye'de hemen kabul edildi... lonesco da öyle oldu, o da Fransa'dan geldi... Böyle bir eğilim var. Batı ülkeleri herhangi bir yazarı benimseyince, o yazar bizde de tutuluyor."


Bu yazarların İkinci Dünya Savaşı sonrası Fransası'nda geçerlik bulmasını, Fransa'nın o dönemdeki ikilemiyle açıklıyor Burhan Arpad:

"Burjuvazisi parlak zamanlar yaşamış, burjuva kültürünü doruğuna ulaştırmış 'Büyük Fransa' geride kalmıştı. Bu kadar kültürlü bir toplum, kendi burjuva düzeninin ortadan kalktığını, yeni bir dünyanın silah ya da ordu gücüyle Budapeşte'ye kadar dayandığını görüyor. İşte o koşullar, 'anti-liyatro', 'absürde' (uyumsuz) tiyatro gibi arayışları, gerçeküstücülüğü öne çıkarıyor. Bunlar Fransa için benzeri toplum ve kültür düzeninde ülkeler için olağan. Tam 'tahlil'ini sosyologlar yapsın..."
 

Gelelim 1940'lar Türkiye'sine. Burhan Arpad'a göre o yıllarda, bütün ekonomik yoksunluklara karşın, sağlıklı bir toplum yapımız vardı. Edebiyat alanına girenler bir "ara nesil" dendi; Meşrutiyetken Cumhuriyet'e geçiş çağını yaşamıştı bu kuşak... Sonra, "Cumhuriyet'in onuncu yıl şenliklerinin çoşkusu... Orkestralar, operalar... Havai fişekler, fener alayları... Şarkılar sokaklarda... Yepyeni bir toplum... Ben de bu kutlama törenlerini görmüş, o heyecanı duymuşumdur."
 

İşte o ortam içerisinde, sonradan "1940 Kuşağı" olarak adlandırılacak edebiyatçılar yetişiyor:

"Bizim 1940 neslinin bir özelliği vardır. Çoğu ya küççük memur, ya taşralarda öğretmen, ya Sait (Faik) gibi işsiz güçsüzdü. Bir bağlantıları yoktu. Yedi Meşale'ciler gibi birlikte davranma filan da sözkonusu değildi. Orada burada, dürtüyle, istekle yazmaya başlamışlardır. Mektuplaşarak, tanışarak birlikteliği sürdürmüşlerdir. Tuhaf bir nesildir bu. Mesajla, bildiriyle, inkârla, kavgayla, gürültüyle ilişkisi yoktur. Teker teker adlan duyulmuştur. Bir Sabahattin Ali çıkmıştır, bir Kemal Bilbaşar, bir Samim Kocagöz, bir Sait Faik, bir Orhan Kemal... Günün birinde birisi kalktı. '40 Kuşağı' dedi. Yeri yurdu, dergisi olmayan bir kuşak... Yalnız okurun desteği vardı."
 

Dergi sözü edilince, Ocak 1940 - Nisan 1940 arasında dört sayı çıkan İnanç'ı soruyorum. Derginin "müessisi" (kurucusu) Burhan Arpad'dır, sayısı 15 kuruştur. İnanç ayda bir çıkar, "sanat - fikir - aktüalite"ye yer verir...
"Hümanist fikirleri vermek amacıyla çıkarıyorduk. Aynı zamanda biçimine de özen gösterirdik. Kuşe kapaklıydı, dizgi baskısı o zamanki tekniğe göre çok temizdi. İlk sayısını 3 bin bastık. Bu, büyük bir tirajdı. Dergi tutuldu, dördüncü sayı 4 bin basıldı.... Ancak, beşinci sayı matbaada kaldı. 'Beyaz Zambaklar Ülkesinde' başlıklı bir yazı yazmıştım. Stalin'in Finlandiya'yı işgalini hafifçe eleştiren imzasız bir yazı. Bu yazı yüzünden, dergiyi birlikte çıkardığımız arkadaşla kavga ettik. İmtiyaz onun üzerinde olduğundan, bir daha çıkmadı. Çıksaydı, daha da yararlı olabilirdi."
 

Burhan Arpad'ın yayıncılığı da var. Salâh Birsel'le birlikte kurdukları ABC Kitabevi'nin "20. Yüzyıl Dünya Edebiyatı" serisinde Istrati, Silanpàâ, Joseph Roth, Duhamel, J.Haşek'ten çeviriler yayımlanır. Türk Yazarları dizisinde ise Ziya Osman Saba'nın ve Necati Cumalı'nın şiirleri, İhsan Devrim'in öyküleri, Nurullah Berk'in Sanat Konuşmaları, Aşot Madat'ın Sahnemizin Değerleri, Faris Erkman'ın büyük gürültüler koparan En Büyük Tehlike'si çıkar. Birkaç yıl sonra Arpad Yayınevi'ni kurar. Onu da kapatıp gazeteciliğe başlar. Fakat çeviri çalışmalarını uzun yıllar sürdürür, yirminin üzerinde kitap çevirir:
 

"Okuyup sevdiğim, topluma yararlı olacağına inandığım kitapları çevirdim. Dört yazar alalım. Bir Thomas Mann, liberal ekonominin, sosyal demokrat kafanın doruktaki yazarlarından. Bir Anna Seghers var; o, inançlı bir sosyalist. Ama edebiyatçı prizmasından geçirerek anlatıyor. Bir Remarque var, sonuna kadar anti-faşist, antimilitarist. Bir Stefan Zweig, bambaşka bir açıda. Bunların ortak nitelikleri, hümanist olmaları."
 

Anlaşılacağı gibi, Burhan Arpad, Batıdan etkilenmeye karşı değil: "Çeviri edebiyat olmadan dünya edebiyatından söz edilemeyeceğine göre dünya edebiyatının sağlam örneklerinin çevrilip yayımlanması, sağlıklı bir Türk edebiyatı için gerekli. Bütün sorun, seçmek. Toplumumuzun koşullarıyla o toplumun koşullarını karşılaştırarak doğruyu bulmaya çalışmak."
 

Buna karşılık, günümüzde kimi genç yazarların yanlış etkiler altında olduğuna inanıyor:
"Ad vermeyeyim", diyor. "Birkaç yazarı okudum. Üslupları, anlatımları ilginç. Belki çok güzel yazıyorlar. Ama, işte o kadar... Bence resim de, edebiyat da bir şeyler söyler. Oysa bunlar hiçbir şey söylemiyorlar. Yabancı dil bildikleri için kendi dillerinden ya da çevirisinden okudukları ürünlerin etkisi altında kalmışlar, onlara benziyorlar. Biz, o toplumlar değiliz. 1950'lerin, 60'ların toplumu da değiliz... Birtakım hastalıklar yaşandı. Hasta toplumun özürleri edebiyata da yansıyor. O bakımdan, fazla bir şey söyleyemiyorlar. Dünya görüşleri de biçimden öteye geçmiyor."
 

Uzun yıllar gazetecilik yapan, muhabirlikten köşe yazarlığına kadar basının çeşitli kademelerinde çalışan Burhan Arpad, gazetecilerin sosyal güvenlikten yoksun, kötü koşullar altında yaşadığı yılları uzun uzun anlatıyor. "Ama. gazeteciliğin heyecanı da vardı o yıllarda... Bazı mesleklerde durmadan vermek gerekir, vermek kazandırır. Gazetecilik de bunlardandır."
 

Arpad'ın eylemli gazetecilik dönemine ilişkin en ilginç anısı, İkinci Dünya Savaşı'nın ünlü casusu Çiçeron'u ilk kez keşfedip Vatan'da açıklaması olayı. Bir Alman gazetecisinden aldığı bilgi kırıntılarından yola çıkarak İstanbul adliyesinde "sahte sterlin" davasından yargılanan İlyaza Bazna'nın gerçek kimliğini, yani ünlü casus Çiçeron olduğunu ortaya koyuyor.
 

Cumhuriyet okurları, Arpad'ın, haftada bir yayımlanan "Hesaplaşma" köşesinde en çok "yok edilen İstanbul" üzerinde durduğunu bilirler. Konuşmamızda da söz, dönüp dolaşıp bu konuya geliyor. Arpad, duyarlılıkla ele aldığı "İstanbul yağması" nı şöyle temellendiriyor:
"Osmanlılar, yerleşik ve üretken yaşamamış. Ganimetler almış, borç almış, bunlarla geçinmiş... Bir talan düzeni bu. Bugün de aynı anlayış yürürlükte. Herkes 'avanta' peşinde. Hayali ihracat bunun bir versiyonu. Ne burjuva, ne üretici olabilmişiz. Bunun sonu nereye varır, bilemiyorum. Sosyologlarımız 'Asya tipi üretim biçimi' diye kafa yoracaklarına, Türkiye'nin şu gerçeğini görseler de bunun üzerine tartışılsa!"
 

Bugün, İstanbul'un yok olmaktan kurtarılması söz konusu olunca, iki kişinin, Büyükşehir Belediye Başkanı Bedrettin Dalan ile T.Turing ve Otomobil Kurumu Başkanı Çelik Gülersoy'un adları anılıyor. Burhan Arpad'm bu iki ad üzerindeki görüşleri:
"Çelik Bey için iki görüş öne sürülüyor. Yaptıklarına 'fantezi' diyenler var. Geniş bir kesim ise yaptıklarını olııınlıı buluyor. Ben de bunlardanım. Çelik Bey şehirci değil, mimar değil. İstanbul'da büyümüş ve kimi görüşleri benimsemiş olmasıyla iyiniyeti birleşiyor. Birçok şeyi kurtarıyor. Öteki ise yıkıyor, İstanbul'u yok ediyor!"
 

Burhan Aıpad'ın evinden ayrılırken kulağımda şu cümleleri yankılanıyor:
"Ben namuslu olmaya çalışan bir yazarım. Hikâye de yazarım, roman da, köşe yazısı da... Röportaj da yaparım...Yeter ki yazarlığımı sürdürürken kafamdaki doğrulara dayanayım."


TDK'dan ödül

1910'da Mudanya'da doğdu. Orta ticaret mektebindeki öğreniminin (1927) ardından, uzun süre memurlukla yazarlığı bir arada yürüttü. Edebiyatın çeşitli dallarında ürünler verdi, tiyatro eleştirileri yazdı. Birkaç yıl da yayıncılıkla uğraştı. 1947'de gazeteciliğe başladı; Memleket, Hürriyet, Vatan gazetelerinde muhabir ve röportaj yazarı olarak çalıştı. Köşe yazarlığına Vatan Gazetesi'nde başladı. Uzun yıllardır serbest yazar olarak çalışıyor; 1978'den bu yana Cumhuriyet'te haftalık köşe yazıları yayımlanıyor.

Öykü, gezi (Gezi Günlüğü adlı kitabıyla 1963'te Türk Dil Kurumu ödülü'nü kazandı), tiyatro yaşamı ve eleştirisi, roman alanlarında birçok yapıtı, anıları (Hesaplaşma, 1976), makalelerini derleyen kitapları yayımlandı. Ayrıca pek çok yabancı yazarın ürünlerini Türkçeye çevirdi.